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Amazon haftet für Produktbilder von Verkäufern

Parfüm Flasche

Längst nicht alle Produkte auf der Handelsplattform werden auch von Amazon selbst verkauft. Auch Drittanbieter können ihre Waren über die Webseiten verkaufen. Begehen diese Verkäufer Urheberrechtsverletzung durch unrechtmäßig verwendete Artikelbilder, so kann Amazon dafür haftbar gemacht werden. Dies entschied nun das Landgericht Berlin.

Geklagt hatte der Parfümhersteller Davidoff. Ein Verkäufer hatte das Parfüm „The Game“ mit einem urheberrechtlich geschützten Bild beworben. Nach einer Abmahnung hatte der Onlinehändler das Bild zwar umgehend entfernt, die Unterlassungserklärung allerdings nicht unterzeichnet. Daraufhin klagte Davidoff gegen Amazon.

Amazon argumentierte, dass man lediglich den Marktplatz für die Verkäufer anbiete und nicht für deren Inhalte verantwortlich gemacht werden könne. Das Gericht sah diesen Sachverhalt allerdings anders. Da Amazon durch einen Algorithmus bestimme, welche Bilder zu einem Artikel angezeigt würden, greife der Plattformbetreiber maßgeblich in die Autonomie der Verkäufer ein. Somit sei Amazon für die hochgeladenen Inhalte der Verkäufer haftbar.

Weiter führte man seitens Amazon aus, dass der besagte Verkäufer als Davidoff-Vertragspartner die Nutzungsrechte an den Bildern besessen habe. Auch hier folgte das Gericht der Argumentation nicht. Nur weil der Verkäufer ein Nutzungsrecht an den Produktbildern habe, gelte dies noch lange nicht automatisch für Amazon.

Für das US-Handelsunternehmen ist dies eine weitreichende Niederlage, die gravierende Auswirkungen auf die Onlineplattform haben könnte. Durch das Gerichtsurteil muss Amazon nun eigentlich jedes Bild auf seine Rechtmäßigkeit überprüfen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Amazon weitere rechtliche Schritte gegen das Urteil des Landgerichts in Berlin einlegen wird.


Rechtsanwalt Frank Utikal

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